Interim-Management: Fachwissen auf Zeit für KI-Vorhaben

Manche Kompetenz braucht ein Unternehmen einmal richtig und danach nie wieder täglich. Genau dafür gibt es Aufträge auf Zeit — und die Frage, was am Ende im Haus bleibt.

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Interim-Management meint einen Auftrag auf Zeit: Eine Fach- oder Führungsaufgabe wird für einen begrenzten Abschnitt von außen verantwortet und endet mit einem verabredeten Zielzustand. Bei KI-Vorhaben ist das der Regelfall, weil die nötige Erfahrung einmal gebraucht wird und danach nicht mehr jeden Tag.

Interim-Management: Wortsinn und Gebrauch

„Interim“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „unterdessen“. Im deutschen Sprachgebrauch steht es fast ausschließlich als Vorsilbe: Interim-Manager, Interim-Projektleitung, Interim-CTO. Was diese Rollen verbindet, ist weder die Hierarchiestufe noch die Herkunft der Person, sondern die Befristung mit einem Zielzustand. Der Gegenbegriff lautet nicht „extern“, sondern „dauerhaft“.

Damit fällt auch die häufigste Verwechslung weg: Ein Auftrag auf Zeit ist keine Überbrückung eines Engpasses im Tagesgeschäft. Er hat einen eigenen Gegenstand, den man aufschreiben und am Ende prüfen kann.

Warum KI-Vorhaben befristet vergeben werden

Die Einführung eines KI-gestützten Ablaufs hat einen Anfang und ein Ende: Datenlage prüfen, Verfahren wählen, Ablauf umbauen, Betrieb übergeben. Danach braucht das Unternehmen Pflege, nicht Aufbau — und Pflege verlangt anderes Wissen als der Aufbau. Eine Dauerstelle für Aufbauwissen bindet Geld für eine Arbeit, die nach dem Vorhaben so nicht wieder anfällt.

Dazu kommt ein Henne-Ei-Problem beim Einstellen: Wer selbst noch kein solches Vorhaben durchlaufen hat, kann im Bewerbungsgespräch schwer beurteilen, ob jemand eines durchlaufen hat. Ein befristeter Auftrag verschiebt diese Prüfung dorthin, wo sie einfacher ist — auf ein beschriebenes Ergebnis. Welche Phasen dabei aufeinander folgen, beschreibt der Artikel KI-Implementierung: Ablauf in fünf Phasen.

Interim-Management, Beratung und Festanstellung

  • Beratung endet mit einer Empfehlung und einem Dokument. Die Umsetzung bleibt beim Unternehmen.
  • Der Auftrag auf Zeit endet mit einem laufenden Zustand: Der Ablauf arbeitet, die Freigabestufen greifen, jemand im Haus kann ihn bedienen.
  • Die Festanstellung schafft eine dauerhafte Rolle. Sie trägt, wenn die Arbeit nach dem Aufbau in gleicher Menge weiterläuft — bei einmaliger Einführung ist das selten der Fall.

Die drei Wege schließen sich nicht aus. Häufig ist die Reihenfolge: erst eine kurze Einschätzung, dann ein befristeter Aufbau, danach eine eigene Kraft für den Betrieb — die dann Wissen übernimmt, statt es sich zu erarbeiten.

Was nach dem Ende bleibt und welche Vertragsform dazu passt

Der wichtigste Teil eines befristeten Auftrags fällt am Schluss an. Vier Punkte gehören in die Leistungsbeschreibung, sonst endet der Auftrag nur auf dem Papier:

  • Dokumentation: wie der Ablauf gebaut ist, welche Verfahren mit welchen Vorgaben arbeiten, wo die Grenzwerte liegen und was bei einer Störung zu tun ist.
  • Zugänge: Konten, Schlüssel und Abrechnungen der eingesetzten Anbieter laufen auf das Unternehmen, nicht auf den Auftragnehmer.
  • Rechte am Ergebnis: Die Nutzungsrechte am Quelltext gehen mit vollständiger Zahlung über; wiederverwendete Bibliotheken und ihre Lizenzen sind im Vertrag benannt.
  • Betriebswissen: Jemand im Haus erkennt, wenn die Ergebnisse schlechter werden, und weiß, wie man den Ablauf anhält.

Fehlt einer dieser Punkte, ist der Auftrag nicht beendet, sondern nur unsichtbar verlängert. Das ist die eigentliche Prüffrage an jeden Übergang.

Zwei Formen kommen in Betracht. Der Dienstvertrag schuldet eine sorgfältig erbrachte Tätigkeit, der Werkvertrag ein abnahmefähiges Ergebnis mit Mängelrechten. Welche Form passt, entscheidet sich daran, ob das Ziel vorab beschreibbar ist — bei einer Voruntersuchung selten, bei einem Umbau mit klarem Endzustand meistens.

Entscheidend ist nicht die Überschrift des Vertrags, sondern die gelebte Praxis: wer die Arbeit verteilt, wessen Werkzeuge benutzt werden, wem berichtet wird. Der Artikel dazu, wo die rechtliche Grenze zwischen den Vertragsformen verläuft, führt die Merkmale einzeln auf. Wie abgerechnet wird, ist eine getrennte Frage — Festpreis oder Tagessatz steht in beiden Formen zur Wahl.

So übernehmen wir Vorhaben auf Zeit

Wir übernehmen ein Ergebnis, keine Position im Organigramm: einen Ablauf, der am Ende läuft, mit Freigabestufen, Protokoll und Dokumentation. Die fachliche Anweisung an unsere Leute gibt unsere Projektleitung; das Unternehmen beschreibt, was am Ende funktionieren soll, und nimmt es ab. Eine Person als Einheit bieten wir nicht an. Die Grenze nennen wir dabei offen: Bei umfangreicher, gleichförmiger Arbeit sind wir mit KI-gestützten Werkzeugen schnell, beim Zuschnitt von Rechten, Schnittstellen und Ausnahmen entscheidet ein Entwickler. Das Ende schreiben wir dabei zuerst auf: Übergabe, Dokumentation, Zugänge und die Person im Haus, die den Ablauf danach führt. Ist diese Person nicht benannt, sagen wir es vor dem Start und nicht am Schluss. Welche Arbeiten in einen solchen Abschnitt fallen, beschreibt die Leistung KI-Implementierung.

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